Blutegel-Therapie

 

Dem Blutegel wird eine einzigartige Wirkung durch seine Speichelsekrete, welche er während des Saugens an den Patienten abgibt, zugesprochen.

Die Blutegeltherapie wird oft bei akuten oder chronischen Beschwerden sowie bei Sportverletzungen eingesetzt.

Die Blutegeltherapie / Hirudotherapie

Der Gedanke an eine Behandlung mit Blutegeln mag für den einen oder anderen Patienten erst einmal abschreckend wirken.

Aber die Wirkung der Egel – oft bei akuten oder chronischen Beschwerden – überzeugt den Patienten immer wieder. Blutegel sind deshalb aus naturheilkundlicher Sicht ein wertvoller und wichtiger Begleiter in der therapeutischen Arbeit und aus dem Praxisalltag für mich nicht mehr weg zu denken.

Wofür der Blutegel gut ist

Das Sekret des Blutegels wirkt entzündungshemmend und Blut verdünnend, da der Sekret mehrere Enzyme enthält, die unterschiedlich auf den Körper wirken. Der Speichel des Blutegels wirkt gerinnungshemmend, schmerzlindernd, thrombolytisch, antientzündlich, gefäßerweiternd, der Lymphfluss wird oftmals angeregt und Schwellungen sowie Wasseransammlungen lassen sich ebenfalls in vielen vermindern. Des Weiteren sollen die körpereigenen Abwehrkräfte durch eine Blutegelbehandlung ebenfalls gesteigert werden.

Unter anderem besteht das Sekret welches der Blutegel absondert aus Hirudin, Hirustasin, Calin (Sartin) usw.

Einsatzmöglichkeit und Behandlung:

Die Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der naturheilkundlichen Behandlung sind äußerst vielfältig. Die beispielhafte Aufzählung, zeigt nur einen Teil, wo der Blutegel zum Einsatz kommen kann. Er kann natürlich auch bei anderen Beschwerden zum Einsatz kommen. Bei welchen und ob Sie davon profitieren können, erfahren Sie bei mir in der Praxis bei einer individuellen Anamnese. Den Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Behandlungen von:

  • Sehen- und Sehnenscheidenentzündungen
  • Tennisarm, Golferarm
  • Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen
  • Myogelosen und Verspannungen
  • Arthrose, Arthritis und Gicht
  • Fibromygalie
  • Varikosis, Hämorrhoiden und Thrombosen
  • Kopfschmerzen
  • Vielen Durchblutungsstörungen
  • Schlecht heilenden Wunden

Kontraindikation:

Hierunter fallen jedoch die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente (z.B. Marcumar oder Aspirin), Blutungsneigungen, Menstruation, Schwangerschaft, starke Immunschwäche (z.B. Grippaler Infekt), Anämie, Diabetes mellitus (wegen der schlechten Wundheilung), Chronischen gastrointestinalen Blutungen, Allergien (besonders wenn Sie schon einmal einen allergischen Schock erlitten haben) oder deutliches Untergewicht. Falls eines dieser Dinge auf Sie zutrifft, suche ich mit Ihnen gerne nach Behandlungs-Alternativen.

Behandlungsablauf:

Vorab findet vor dem Ersttermin und jeder weiteren Blutegeltherapie ein separates Vorgespräch mit dem Patienten statt. In diesem Termin werden alle Einzelheiten zur Therapie erläutert und offene Fragen werden geklärt. Auch wird noch mal die relevanten Blutwerte kontrolliert und eine symptombezogene Untersuchung durchgeführt. Der Biss des Blutegels ist nicht schmerzhaft. Da das Schmerzempfingen sehr individuell ist und auch von der Ansatzstelle abhängt, wird es oft verglichen mit der Berührung einer Brennnessel oder eines Insektenstiches aber dies meistens in den ersten 10 Minuten. Die Dauer einer Behandlung hängt von der “Bissfreudigkeit” des Egels ab und kann zwischen 20 Minuten und 2 Stunden betragen, bis der Blutegel von alleine abfällt. Die Menge des entzogenen Blutes beträgt circa 10 bis 20 ml pro Blutegel. Je nach Bedarf kommt manchmal nur ein einzelner Egel zum Einsatz (z.B. bei einer kleinen Wunde, welche schlecht heilt), maximal können jedoch 8 Egel in einer Sitzung angewendet werden.

Nach der Behandlung:

Durch die gerinnungshemmende Wirkung des Speichels, ist das Blut so verdünnt, dass es anschließend noch 8 bis manchmal sogar 24 Stunden nachbluten kann. Das ist therapeutisch auch sehr erwünscht. Es wird ein steriler Verband angelegt und der Patient bekommt ausreichend Verbandmaterial mit.

Außerdem sollte man sich nach der Behandlung schonen (keine körperliche Arbeit oder Sport treiben) und Arme bzw. Beine hochlagern, wenn diese behandelt wurden. Bitte auch nach der Behandlung ausreichend viel trinken, damit der Blutverlust ausgeglichen wird und Kreislaufproblemen vorgebeugt wird.

Nach der Behandlung; Bitte Bluten lassen, da das Blut raus soll. Bitte verzichten Sie auf Seifen, Deos etc. im Wundbereich. Am darauffolgenden Tag der Behandlung ist eine Wiedervorstellung zum Verbandwechsel in der Naturheilpraxis angeraten und eine Woche nach der Behandlung, bitte zur Kontrolle ebenfalls einmal vorstellig werden. Wenn die Wunde wieder verschlossen ist, kann es selten zu einer kleinen lokalen Entzündung kommen. Diese kann jucken, wie ein Mückenstich. Kratzen kann die Entzündung vergrößern, besser wäre es den Juckreiz durch Quark oder Teebaumöl zu lindern. Sollten Sie sich unwohl fühlen oder über das übliche Maß hinaus Schmerzen haben, nehmen Sie umgehend mit mir Kontakt auf.

Jeder Blutegel wird nur ein einziges Mal verwendet, um die Übertragung von Krankheitserregern auszuschließen. Jeder Blutegel wird bei mir im Anschluss der Therapie in Rente geschickt.

Auch wenn die Blutegel-Therapie zur Kernkompetenz der Naturheilkunde gehört und sich die evidenzbasierte Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, zunehmend für ihren therapeutischen Einsatz interessiert, sind noch nicht alle Anwendungsgebiete durch ausreichende valide wissenschaftliche Studien abgesichert. Fragen Sie mich gerne.

Die Blutegel beziehe ich von der Biebertaler Blutegelzucht.